Schmuck und Trachten auf Ibiza
Eine typische Tracht der ibizenkischen Frau ist die gonella. Sie stammt
aus dem 17. Jahrhundert, ist schwarz und aus schwerem Stoff. Wenn die
Bäuerin eine Gonella mit Schultertuch trägt, legt sie dazu die
emprendada aus Gold an, und wenn sie sich mit einer Gonella mit capell
(Hut) kleidet, ziert sie diese mit der emprendada aus Silber und
Koralle. Das weiße Kleid, das im 19. Jahrhundert aufkam, ziert eine
Reihe von Goldknöpfen und ein Schultertuch aus gelber Seide.

Die Emprendada
ist ein sehr wertvoller Brustschmuck, nicht nur weil er so
viel Gold enthält, sondern auch weil er von Generation zu Generation
weitergegeben wird. Dieses Juwel, das die gesamte Brust bedeckt, gibt
zudem Auskunft über die Trägerin, zum Beispiel über ihren Zivilstand
oder das Ausmaß ihres Vermögens. Es setzt sich aus verschiedenen Teilen
zusammen: die agustinada besteht aus mehreren Ketten, die in zwei an den
Schultern befestigten Broschen enden; das Kreuz, der Rosenkranz und das
Filigrandreieck, das letzteren schließt, die achtstrahlige Rosette und
sa joia (das Juwel, ein großer zentral getragener Anhänger) sind die
Hauptelemente des Schmuckstücks. Die Hände der Frauen sind mit
zahlreichen Ringen verziert. An ihnen hängen Schlüssel und Herzen, die
Liebe und Sicherheit symbolisieren. Die Tracht des Mannes ist sehr viel
schlichter: Hosen aus schwerem Leinen, an Manschetten und Kragen
bestickte Hemden, um die Taille ein rotes Band und auf dem Kopf eine
barretina, eine Art phrygische Mütze.